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EU-Förderung für “Corona related Innovations”

29 Beiträge, 2271 Aufrufe

Ian

Hey zusammen,

Die EU hat vor kurzem ein Förderpaket für innovative Ideen mit Corona-Bezug auf den Weg gebracht. Mehr Informationen hier.

Da im FabLab ja einige kreative Köpfe unterwegs sind, finden wir sicherlich die ein oder andere (mehr oder weniger verrückte :wink:) Idee. Der Bewerbungsschluss ist am 18.3., meldet Euch gerne direkt bei @Patrick wenn Ihr Unterstützung bei einer Idee oder der Bewerbung braucht.

Nutzt gern dieses Thema zum Brainstormen, Fachsimpeln und Austauschen.

Viel Spaß beim Tüfteln :wink:
Euer Vorstand

AndreK

Hauptüberträger, neben dem Händeschütteln sind z.B. Displays und Türgriffe.
Gerade die Terminals von Kassen und Geldautomaten oder einem Snackomat :wink:
Könnten wir nicht eine UV Lampe einsätzen um solche Keimherde dauerhaft Sauber zu halten?
Es gibt div. Lampen in der Richtung zu kaufen. Aber kaum eine wird intelligent eingesetzt. Z.B. automatische Entkeimung durch UV Licht nach Benutzung. So könnte ein Kassenterminal nach Benutzung unter so eine Lampe geschwenkt werden.
Oder eine Bestrahlung der Hände ähnlich wie die Desinfektionsautomaten in den Klinikeingängen oder die modernen Händetrockner. Wäre so etwas evtl. möglich?
Die Stadtbibliothek Lübeck hat schon seit Jahren in ihren WCs erfolgreich mit blauen Licht die Keimzahl reduziert.

Ich denke das hier einige sind die dieses Thema näher beleuchten können :wink:

Bjarne

Toilapp-Paper

Eine app um Supermärkte zu Markieren, bei denen es noch klopapier gibt :sweat_smile:

susesKaninchen

Ich hatte eine Ähnliche Idee: eine App um ausverkaufte wahren zu teilen. Sowas wie Nachbarschaftshilft für ausverkaufte wahren oder dass Personen die gefährdet sind Andere Leute die Gesund sind fragen können ihnen etwas mit einzukaufen. Dass sie nicht so gefährdet werden.

Ian

Wie wäre es mit einer Selbstauskunft, in der man Symptome / Alter etc. ausfüllen kann und Handlungsempfehlungen bekommt. Die erhaltenen Daten könnte man zusätzlich zur Analyse der Dunkelziffer und Vorabschätzung der Entwicklung verwenden. Ist auch nicht aufwendig umzusetzen

Geht natürlich auch per App :wink:

susesKaninchenAntwort auf #5

Also ich wäre dabei, ich könnte die App Programmieren, wenn ich eine API bekomme um die Informationen auszutauschen.

Dazu könnte man noch die Aktuellen Coronazahlen anzeigen und wichtigsten Infos weiter geben.

Patrick

Schreibt gern auf, denkt dran in Englisch. Bei der UV Geschichte, ist die Frage, ob sich das in Malerspaces umsetzen ließe.

Patrick

Kurze Frage an: Sollten wir den anderen Spaces nicht Bescheid geben und sie hierzu einladen? Nach dem Motto Hacker oder Maker gegen Corona?

ClausAntwort auf #9

zum Thema Türgriffe ist die antiseptische und antivirale Wirkung von Kupfer in Krankenhäusern bekannt:
aus https://de.qwe.wiki/wiki/Antimicrobial_surface#Viral_Inhibitors:

„(https://de.qwe.wiki/wiki/Antimicrobial_properties_of_copper) wurden auf ihre antivirale Wirksamkeiten untersucht. Nach Inkubation für eine Stunde auf Kupfer, wurden A - Virus Influenza aktiven Teilchen um 75% reduziert. Nach sechs Stunden wurden die Teilchen auf Kupfer von 99,999% reduziert. Auch 75% der Adenovirus - Partikel wurden auf Kupfer (C11000) innerhalb von 1 Stunde inaktiviert. Innerhalb von sechs Stunden 99,999% des Adenovirus - Partikels inaktiviert wurde.“
Es wird nur viel zu wenig eingesetzt, da diese Türklinken teuer sind

Ian

Aber sind 6 Stunden nicht ohnehin viel zu lang? In dieser Zeit könnten ja schon dutzende Leute die Türklinke verwendet haben

ClausAntwort auf #11

Das ist richtig, doch die Wirksamkeitskurve ist logarithmisch -> nach 1 h 75 %, nach 6 h fast 100 %. Die Wirkung beginnt sofort und es geht Verringerung schon um geringe Potenzen. Das Tragen von einfachen Masken bei den Japanern ist nachweislich auch wenig wirksam, da Viren problemlos durchkommen. Doch bewirkt es geringe Absenkung und schon das hat sich für Japan positiv ausgewirkt.
Natürlich ist die Händedesinfektion das wichtigste Element, doch mit geringem Aufwand zusätzliche Unterstützung halten Hygieniker für sinnvoll.

AndreKAntwort auf #2

Hat hier denn schon jemand Erfahrungen mit UV-C Desinfektionslampen oder Schwarzlicht LEDs?
Puplikationen dazu gibt es einige im Netz. Mich wundert, dass diese dann nicht schon massiver eingesetzt werden. Sind wohl in der Vergangenheit den Energiesparplänen zum Opfer gefallen.

Patrick_Dpoint

Vor vielen Jahren als eine andere Seuche unterwegs war, weiß nicht mehr welche, hat einer einen Türgriff erfunden und patentiert den man mit dem Unterarm öffnet.
In Frankreich und Niederlande und ich glaube auch dänemark ist das teils standard inzwischen in den Krankenhäusern.

Etwas ähnliches für den Alltag wäre praktisch. Das man an die tasche hängen kann für normale türgriffe oder auch einkaufswagen.

Patrick

So Leute, morgen sollten wir mit der Einreichung beginnen. Also stimmt euch ab. Ich hab kurzfristig Personalkapazitäten um die Antragsstellung zu unterstützen. Denkt dabei an die Möglichkeit, dass auch andere Makerspaces evtl. Produktion unterstützen könnten.

Grüße
Patrick

Martin

Coronaviren sind behüllte Viren, was aber nicht heißt, dass UV-Licht nicht hilft. Allerdings kann die Hülle dazu führen, dass eine Inaktivierung länger dauert.
Desinfektionsmittel wirken da häufig schneller.


„Irradiation of UV for 60 min on the virus in culture medium resulted in the destruction of viral infectivity at an undetectable level.“

Quelle: " Stability of SARS coronavirus in human specimens and environment and its sensitivity to heating and UV irradiation." NCBI - WWW Error Blocked Diagnostic


„We show for the first time that far-UVC efficiently inactivates airborne aerosolized viruses, with a very low dose of 2 mJ/cm2 of 222-nm light inactivating >95% of aerosolized H1N1 influenza virus.“

Quelle: „Far-UVC light: A new tool to control the spread of airborne-mediated microbial diseases“ Far-UVC light: A new tool to control the spread of airborne-mediated microbial diseases | Scientific Reports

(Hinweis: Influenzavirus ≠ Coronavirus.)


„Gegenüber UV-Licht sind alle Viren empfindlich. Besonders im Bereich der UV-Strahlenabsorption der Nukleinsäure – 260 nm – werden Viren effizient inaktiviert. […] Voraussetzung ist jedoch der direkte Zugang der Strahlen zu den Viren. Einhüllende Substanzen schränken die Wirksamkeit der UV-Strahlen ein. […]“

Quelle: S. 177, „Medizinische Virologie: Grundlagen, Diagnostik, Prävention und Therapie viraler Erkrankungen“, 2. Ausgabe, Georg Thieme Verlag, 2010


The Ultraviolet Germicidal Irradiation Handbook —UVGI for Air and Surface Disinfection
https://www.researchgate.net/publication/285797673_Ultraviolet_Germicidal_Irradiation_Handbook


Shanghai setzt bereits UV-Licht zur Desinfektion von Bussen ein:


MartinAntwort auf #13

Die Nachfrage nach LED-Chips im UV-C-Bereich scheint gerade rasant zu steigen, zumindest bei den Chinesen.:wink:

Auch interessant (von obigem Link):

Das „Ultraviolet Germicidal Irradiation Handbook“ beziffere die Sterilisationsrate von Corona-Viren nach einer einminütigen Bestrahlung auf 90 %, so Seoul Viosys, Tochtergesellschaft von Seoul Semiconductor.


Edit:
„2020 COVID-19 Coronavirus Ultraviolet Susceptibility“
https://www.researchgate.net/publication/339887436_2020_COVID-19_Coronavirus_Ultraviolet_Susceptibility

Patrick

Hallo, wir haben uns die Förderbedingungen noch einmal ganz genau angesehen. Leider sind die Informationen etwas spärlich. Aber wie es aussieht, betrifft es nur bereits bestehende StartUPs und die Anforderungen sind derart hoch, dass eine Teilnahme derzeit als unwahrscheinlich gilt. (Anforderungen: 30 Seiten, Mindestbudget 500.000 €, bereits gegründet)

Dennoch sollen euren Mühen und Ideen nicht umsonst sein.

Hier mein Vorschlag. Die entwickelten Ideen sollten sich auch in anderen Labs herstellen lassen und unter Creative Commons gestellt werden. Wir unterstützen die Prototypenentwicklung über unsere Akademie in einem überschaubaren Rahmen.

Falls ihr also was habt, meldet euch bitte mit der Idee und einem Budget an pliebmann@tzl.de

Vielen Dank für Euer Verständnis.
Beste Grüße
Patrick

susesKaninchen

Gut, das klingt super @Patrick

@Ian: hast du Lust die Idee mit dem Selbsttest umzusetzen?

Ich würde dazu eine App schreiben. Erstmal nur Android, Apple braucht jetzt ewig um sie zu genehmigen.

IanAntwort auf #21

Ich weiß nicht ob das wirklich sinnvoll ist wenn das nicht gefördert wird. Eine solche Plattform würde den größten Nutzen erzielen, wenn sie von sehr vielen Personen genutzt wird. Wenn das also nicht zumindest deutschlandweit einheitlich anerkannt wird, wäre der Aufwand vermutlich umsonst.

Außerdem bräuchte man die Unterstützung von Ärzten, die Handlungsempfehlungen aussprechen könnten, die wir einprogrammieren würden.

AndreSAntwort auf #17

Was meinst du, wenn du Inaktivierung sagst?
Wir reden bei den Standard-Desinfektionslampen ja eh von nukleinsäure-inaktivierenden Wellenlängen (meist monochromatisch 254 nm mittels Quecksilber). Nach Behandlung mit diesen Lampen sind natürlich Lipidhülle und Kapsid nicht signifikant beeinträchtigt und Nukleinsäure noch nachweisbar - allerdings nicht mehr infektiös (Referenz: Hep C - (+)ss RNA, linear; behüllt https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4325173/). Auch komplexe behüllte, stabile dsDNA-Viren können durch UVC signifikant inaktiviert werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2074914/).
Der Wirt bleibt also prinzipiell anfällig (https://en.wikipedia.org/wiki/Susceptible_individual), da die Eintrittsmechanismen noch immer intakt sein sollten. Bei ausreichender Bestrahlung sinkt jedoch die Permissivität (https://en.wikipedia.org/wiki/Permissive) für einzelne Pathogene bis auf nicht nachweisbare Mengen (Referenz: Coronaviruses MHV and MERS-CoV, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5369231/).
Fraglich an dieser Stelle ist lediglich die benötigte Intensität und Dauer der Bestrahlung.
LED UV soll ja ausreichend desinfizierend wirken (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6102977/), jedoch arbeitet die Realität nicht mit feinen Aerosolen in denen jede Einheit gleich groß ist.
Daher die Quecksilberlampen aus feuchten Systemen abgeleitet (https://sci-hub.tw/https://doi.org/10.1007/978-3-319-56017-5_22), die brauchen jedoch viel Energie.

Optimal wäre es, wenn wir uns mit einem Lab zusammen tun können um die Effektivität von verschiedenen Prototypen ( z.B. LED vs. Hg) selbst testen zu können.

gez. Robin

MartinAntwort auf #23

Ich bin mal so frei und verlinke ganz unwissenschaftlich Wikipedia.:innocent:
Meine Antwort bezog sich auf Marcos Antwort, könnte aber natürlich auch so interpretiert werden, dass es Viren gibt, gegen die UV-Licht nicht „hilft“. Daher hatte ich weiter unten noch dieses Zitat angefügt:

In diesem Zusammenhang finde ich auch den Auszug des Ultraviolet Germicidal Irradiation Handbooks interessant, den man sich hier herunterladen kann.



Genau. In dem Kontext wäre das hier

tatsächlich interessant.:nerd_face:

BarackObama

Mich gibts auch noch : ) Ich bin schon seit ein paar Jahren in Selbstquarantäne in meiner eigenen Werkstatt. Wenn ich helfen kann beim Virus-Thema mache ich das gerne.

DIY Atemschutzmasken. Vielleicht gibt es ein Filtermaterial das man zweckentfremden kann?

BarackObamaAntwort auf #26

Also die empfehlen Kissenbezugstoff oder Baumwoll-tshirts, aber die filtern auch nur 50% der Partikel heraus.

Besser wären Staubsaugerbeutel oder Geschirrhandtücher, aber die lassen weniger Luft durch. Ich befürchte allerdings, dass die Staubsaugerbeutel Hersteller das gleiche Material wie Maskenhersteller nutzen. Da bleibt also nur noch das Küchenhandtuch. Vielleicht könnte man durch ein geschicktes Design die Oberfläche verdoppeln und so besser atmen.

Außerdem frage ich mich warum Masken nicht desinfiziert werden können. Vielleicht ist da nur Notstand weil die Ärzte es gewohnt sind alles immer weg zu schmeißen? Spart ja Zeit und Geld im Alltag und man muss nicht haushalten. Ist nur ein Gedanke.

Meine Werkstatt Maske für Aerosole habe ich in 5 Jahren ein Mal gewechselt. Die halten ewig.

MartinAntwort auf #25

Moin Philip,

schön, dass Du mal wieder vorbeischaust.:slightly_smiling_face:

Schau hier mal rein, da findet sich vielleicht etwas:

Prusa stellt aktuell Gesichtsschutz mit 3D-Drucker und Lasercutter her. Finde ich persönlich gar nicht schlecht, allerdings muss man auch hier einige Bedingungen einhalten (Näheres im Link unten).

Quelle: https://blog.prusaprinters.org/from-design-to-mass-3d-printing-of-medical-shields-in-three-days/

BarackObamaAntwort auf #28

Das mit dem falschen Eindruck von Sicherheit ist echt ein Problem. Gesichtsmasken sind natürlich einfach, aber die kann man einfach desinfizieren und wieder verwenden.

Hat denn jemand hier Infos von der Uniklinik wie man helfen könnte?