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Wem kann ich ein paar Fragen zu eurem Lasercutter stellen?

Das Fablab Düsseldorf will einen Laser kaufen, ich bin gerade mit Recherche beschäftigt und wäre hocherfreut wenn jemand aus eurem Fablab uns an seinen Erfahrungen mit Lasercutter, Wartung, Betrieb, Sicherheit (Feuergefahr) teilhaben lassen könnte.
Alles weitere nach Belieben als PN oder in diesem Thread.

Moin Felix,
ich habe einen Mr. Beam. Damit bin ich sehr zufrieden. Das Teil hat einen Compressor für die Abluft. Sicherheit ist bei denen ein sehr großes Thema. Alle einhundert Stunden folgt eine Wartung. Dabei muss der Laserkopf gereinigt werden. Und der Vorfilter. Alle 1000 stunden muss der Filter im Compressor ausgetauscht werden, 170€. Das sollte man schon wissen. Ansonsten tut das Teil was es soll. Die Software ist prima und der Support von Mr. Beam ist auch vorbildlich. Wenn du noch fragen hast, versuche ich gern zu helfen.
fröhlich Grüße
Ludwig

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Ich verlinke mal unsere Gerätementoren @ChristianM, @Crossi und @kuno :slight_smile:

Technisch gesehen bin ich auch Mentor, auch wenn dann erstmal Corona war, bevor ich da wirklich was machen konnte.

Die Frage ist, was sind eure Anforderungen, wie viel Geld wollt ihr in die Hand nehmen und wie sieht es mit Kenntnissen? Ihr werdet einen Laserschutzbeauftragten brauchen.
Tendenziell wollt ihr einen CO2 Laser. Wenn ihr keine Angst vor dem Selbstbau habt, fragt mal beim Fablab Karlsruhe. Die haben sich einen Lasersauer bebaut und ausführlich verbessert. Der eignet sich gerade auch für eher kleine Labore.

Wir haben als limitierende Faktoren schmale Türrahmen und eine dünne Personaldecke von nur 2 Mitgliedern die am Projekt Laser arbeiten wollen. Das Know-how haben wir, bisher hatten wir lediglich einen Chinalaser von eBay, jetzt suche ich einen Händler mit gutem Support in Deutschland. Ich werde mir Mr. Beam ansehen.

Hallo @Felix_GarageLabDdorf,
wir haben unseren großen Lasercutter (100 W CO2, 900 x 1300 mm) von Allplast GmbH, https://www.deinlasershop.de/.
Mit denen habe ich letztens erst wieder wegen der Linsen für unsere mittlere Optik telefoniert. Sehr nette, hilfsbereite Leute, mit denen man sich auch über technische Details gut unterhalten kann.

Wartung:
Führungen, Spindeln und Lager sollten, wie bei jeder Maschine, regelmäßig gewartet werden (fetten, sofern notwendig, und auf Beschädigungen und Spiel überprüfen).

Unter der Linse sollte im Betrieb immer ein geringer Überdruck herrschen, um Ablagerungen auf der Linse und einen potentiellen Einbrand zu vermeiden (Linse regelmäßig checken).

Filter sollten regelmäßig getauscht werden. Wir haben bei uns im Abluftsystem einen großen Filterkasten mit Filtervlies-Matten, die wir auf Vorrat zurechtschneiden. Der Wechsel ist dadurch recht unspektakulär, günstig und schnell gemacht. Je nachdem, welches Material und wie häufig gelasert wird, setzt sich der Filter schneller oder langsamer zu.

Eine große Wartung würde ich min. einmal im Jahr machen oder spätestens, wenn etwas nicht ordnungsgemäß funktioniert, sich anders anhört oder sonst irgendwie auffällig ist.

Die Linse und die Luftzufuhr unter der Linse sollten immer vor der Arbeit mit dem Lasercutter überprüft werden.

Betrieb:
Laser mit der Laserklasse 1 dürfen ohne Laserschutzbeauftragte/n betrieben werden. Es ist trotzdem empfehlenswert, min. eine Person im Verein/in der Organisation zu haben, die sich auskennt. Gerade, wenn man einen China-Laser hat, der auch bei geöffneter Klappe arbeitet oder sehr große Spaltmaße hat und bei dem dann Laserstrahlung austreten kann, landet man schnell in der Laserklasse 4.
Ansonsten Betriebsanweisung erstellen und aushängen, (CO2-)Feuerlöscher bereitstellen, Unterweisung ausarbeiten, Gerät in Versicherung aufnehmen, im Prinzip das Übliche, wie bei jedem neuen Gerät. :slightly_smiling_face:

Sicherheit
Hinsichtlich Feuergefahr kommt es einerseits auf das Material, die verwendete Optik und die Parameter an. Mit unserer groben Optik und viel Leistung kann die Düse beim richtigen Material schon mal eine Flamme hinter sich herziehen.
Wichtig ist aber auch, dass der Raum unter dem Wabentisch, dem Gitterrost, der Auflagefläche regelmäßig gereinigt wird und sich dort keine Haufen von kleinen Sperrholz-, Papier-, MDF-, PMMA-Teilen ansammeln, die Feuer fangen, sobald mal etwas Glühendes oder Brennendes herunterfällt.
Außerdem sollte man penibel darauf achten, welches Material gelasert wird oder von vornherein bestimmte Materialien empfehlen bzw. ausschließen. Gerade chlorhaltige Verbindungen, z. B. PVC, sind bei Verbrennung problematisch (Stichwort HCL/Salzsäure, Phosgen, Dioxine).

Wenn Du weitere Fragen hast, schreib gern.
An die Mentoren: Falls ich was vergessen haben sollte, gern ergänzen. :slightly_smiling_face:

PS: Schmale Türen sind kein Problem. Wände kann man einreißen und neu bauen. Wir haben da Erfahrung. :wink: :sweat_smile:

Danke für diesen Umfassenden Beitrag!!!